Hafengebiet & Grandi
Harpa Konzerthalle
Die Harpa (2011) ist Reykjaviks architektonisches Meisterwerk — eine Konzerthalle und Konferenzzentrum am alten Hafen, deren Fassade aus kaleidoskopischen Glaselementen besteht, entworfen vom dänisch-isländischen Künstler Ólafur Elíasson. Die Fassade reflektiert Meer, Himmel und Stadt in ständig wechselnden Farben und Mustern — bei jedem Licht, bei jeder Jahreszeit anders.
Was du erleben kannst
- Foyer: Kostenlos zugänglich und allein einen Besuch wert. Die Glasfassade von innen erleben, wenn das Licht durch die geometrischen Elemente fällt — besonders bei tiefstehender Sonne oder Nordlichtern spektakulär.
- Konzerte: Heimat des Isländischen Symphonieorchesters und der Isländischen Oper. Regelmäßig Konzerte internationaler Künstler. Tickets ab 3.000 ISK (ca. 20€).
- Führungen: Architekturführungen (30 Min.) bieten Einblicke in die Entstehungsgeschichte — die Harpa wurde während der Finanzkrise 2008 gebaut und war das einzige Projekt, das nicht gestoppt wurde.
Alter Hafen & Walbeobachtung
Der alte Hafen (Gamli höfnin)
Der alte Hafen ist das maritime Herz Reykjaviks — ein Ensemble aus bunten Fischerbooten, Lagerhäusern, Restaurants und Touranbieter-Ständen. Von hier starten die Whale-Watching-Touren, die Papageitaucher-Exkursionen und die Bootsfahrten zur Insel Viðey. Am Hafen liegen auch das Whales of Iceland Museum (lebensgroße Walmodelle, beeindruckend!) und mehrere der besten Fischrestaurants der Stadt.
Walbeobachtung
Reykjavik ist einer der besten Orte in Europa für Walbeobachtung. Die nährstoffreiche Faxaflói-Bucht zieht Meeressäuger magnetisch an:
- Arten: Zwergwale, Buckelwale, Weißschnauzendelfine, gelegentlich Orcas und Blauwale.
- Saison: April bis Oktober, beste Chancen Juni bis August (Erfolgsquote über 95%).
- Anbieter: Elding und Special Tours sind die etablierten Anbieter. Klassische Touren (3 Std., ca. 80€) auf größeren Schiffen, oder Express-Touren auf RIB-Booten (Schlauchbooten, schneller und näher an den Walen, ca. 120€).
- Was erwartet dich: Die Fahrt führt hinaus in die Bucht, vorbei an der Insel Lundey (Papageitaucher im Sommer). Die Wale tauchen oft ganz nah am Boot auf — Buckelwale, die ihre Fluken zeigen, Zwergwale, die neugierig vorbeiziehen, Delfine, die in der Bugwelle spielen.
Tipp
Zieh dich wärmer an, als du denkst — auf dem Wasser ist es immer 5–10°C kälter als an Land, und der Wind peitscht. Die Anbieter leihen Overalls und wärmende Einweganzüge, aber eigene warme Schichten plus wind- und wasserdichte Jacke sind Pflicht. Und: Seekrankheits-Tabletten eine Stunde vor der Tour nehmen, wenn du empfindlich bist.
Grandi-Viertel
Das Grandi-Viertel (Vesturbugt/Grandi) westlich des alten Hafens war einst das Zentrum der isländischen Fischverarbeitung — heute ist es Reykjaviks aufregendster Stadtteil. Ehemalige Fischfabriken und Lagerhäuser wurden in Galerien, Brauereien, Restaurants und Design-Ateliers verwandelt.
Highlights
- Grandi Mathöll (Foodhalle): Islands erste und beste Foodhalle in einer umgebauten Fischfabrik. Zehn Stände mit isländischen und internationalen Gerichten: frischer Fisch, Lamm-Burger, Sushi, vegane Bowls, Craft Beer. Mittags (11–14 Uhr) ist die Stimmung am besten. Ein Mittagessen: 15–25€.
- Saga Museum: Isländische Geschichte mit lebensgroßen Silikon-Figuren und Audioguide (auch auf Deutsch). Wikinger, Sagas und Vulkanausbrüche — unterhaltsamer als es klingt. Ca. 22€.
- Whales of Iceland: 23 lebensgroße Walmodelle in einem riesigen, dunklen Raum — ein Blauwal-Modell von 25 Metern Länge hängt von der Decke. Beeindruckend, besonders für Familien. Ca. 24€.
- Marshall House: Galerie und Atelierhaus in einer ehemaligen Fischmehl-Fabrik. Heimat der Galerie Kling & Bang und des Living Art Museum — zeitgenössische isländische Kunst in rauen Industrieräumen. Kostenlos.
- Bryggjan Brugghús: Craft-Beer-Brauerei mit Restaurant direkt am Hafen. Eigene Biere, Live-Musik und Blick auf die Fischerboote. Brauereiführungen möglich.
Insel Viðey
Die kleine Insel Viðey liegt nur 15 Bootsminuten vom alten Hafen entfernt und ist eine der schönsten Tagesausflüge innerhalb Reykjaviks. Die Insel ist unbewohnt (bis auf ein historisches Haus), aber voller Geschichte, Kunst und Natur:
- Imagine Peace Tower: Yoko Onos Lichtturm (seit 2007), der jedes Jahr vom 9. Oktober (John Lennons Geburtstag) bis zum 8. Dezember einen mächtigen Lichtstrahl in den Himmel projiziert — sichtbar aus ganz Reykjavik. Ein Friedensmonument, das nachts atemberaubend aussieht.
- Viðeyjarstofa: Eines der ältesten Steinhäuser Islands (1755), heute ein Café. Hier kann man bei Kaffee und Kuchen den Blick über die Bucht genießen.
- Natur: Vogelbeobachtung (30+ Arten), Küstenwanderungen mit Blick auf den Esja und die Stadt, und im Sommer: die Stille einer Insel ohne Autos, ohne Straßen, ohne Hektik.
- Richard Serra: Mehrere Basalt-Skulpturenpaare des amerikanischen Künstlers stehen auf der Insel — minimalistische Kunst in maximaler Landschaft.
Fähre: Vom Skarfabakki-Hafen (15 Min.), im Sommer mehrmals täglich, im Winter eingeschränkt. Mit der Reykjavik City Card inklusive.
War dieses Kapitel hilfreich?
