Troodos-Gebirge & Bergdörfer
Das Troodos-Gebirge im Überblick
Das Troodos-Gebirge erstreckt sich über den Großteil Westzyperns und steigt bis zum Olymp (Olympos, 1.952 m) — dem höchsten Berg der Insel. Eine komplett andere Welt als die Küstenorte:
- Pinien- und Zedernwälder in kühleren Höhenlagen
- Byzantinische Kirchen — 10 davon UNESCO-Welterbe wegen ihrer mittelalterlichen Fresken
- Bergdörfer mit traditionellen Stein- und Lehmbauten
- Weinbau — die Kommandaria-Region produziert einen der ältesten Süßweine der Welt
- Wandern und Radfahren — gut markierte Netze, besonders rund um Platres und Kakopetria
- Wintersport auf dem Mount Olympos von Januar bis März (4 kleine Abfahrten)
Im Sommer ist das Troodos 8–12 °C kühler als die Küste — beliebter Rückzugsort für Einheimische bei Hitzewellen.
Die UNESCO-Kirchen des Troodos
Zehn bemalte Kirchen im Troodos-Gebirge sind seit 1985/2001 UNESCO-Welterbe. Sie zeichnen sich durch Fresken aus dem 11. bis 16. Jahrhundert aus, die byzantinische Ikonographie auf höchstem Niveau zeigen.
Die wichtigsten zu besuchen:
- Panagia tou Araka (Lagoudera) — vollständig erhaltene Fresken von 1192
- Panagia Podithou (Galata) — italo-byzantinische Spätwerke
- Asinou-Kirche (Panagia Phorbiotissa) — in Nikitari, einer der beeindruckendsten Fresken-Zyklen der Insel
- Agios Nikolaos tis Stegis (Kakopetria) — „Nikolaus unter dem Dach", mit zwei verschachtelten Dächern
- Archangelos Michail (Pedoulas) — Fresken aus dem 15. Jahrhundert
- Stavros tou Agiasmati (Platanistasa) — Meisterwerke des 15. Jahrhunderts
- Timiou Stavrou (Pelendri)
- Agios Ioannis Lampadistis (Kalopanagiotis) — Klosterkomplex
- Panagia tis Podithou (Galata)
- Metamorphosis tou Sotiros (Palaichori)
Die meisten Kirchen sind über schmale Bergstraßen erreichbar. Der Schlüssel liegt oft beim Priester oder Café im Dorf — einfach nachfragen. Viele Kirchen sind klein und schlicht außen, aber innen ein Farbexplosions-Erlebnis.
Tipp
Mehrere Kirchen an einem Tag schaffen: Eine Route von Kakopetria nach Pedoulas deckt 4-5 UNESCO-Kirchen in einem Tag ab. Karte und Navigation vorher prüfen.
Kloster Kykkos & Troodos-Kloster
Zyperns wichtigstes Kloster liegt hoch im Troodos:
- Kloster Kykkos — das reichste und bedeutendste Zyperns, gegründet im 11. Jahrhundert. Beherbergt eine der drei Ikonen, die dem Evangelisten Lukas zugeschrieben werden (die eigentliche Ikone ist komplett verhüllt). Prachtvolle Innenausstattung mit goldenen Mosaiken und Fresken aus dem 20. Jahrhundert. Museum mit byzantinischer Kunst
- Grab von Erzbischof Makarios III. — erster Präsident der Republik Zypern (1960-1977) — am Berg Throni (1 km vom Kloster), einsamer Ort mit weitem Blick
- Kloster Machairas — abgelegen im Ostteil des Troodos, 12. Jahrhundert
- Kloster Trooditissa — nahe Platres, 13. Jahrhundert, moderne Rekonstruktion
Kleiderordnung: lange Hosen (auch für Männer), bedeckte Schultern für Frauen. Überzüge werden meist am Eingang bereitgestellt. Fotografie im Hauptraum oft verboten.
Charmante Bergdörfer
Die Troodos-Dörfer haben traditionelle Architektur bewahrt — Stein- und Lehmhäuser, enge Gassen, zentrale Plätze mit Kaffeehäusern (Kafenia).
Top-Dörfer
- Platres — traditioneller Sommerfrischort, mehrere Hotels, Ausgangspunkt für Wanderungen und den Ski-Hang auf dem Olymp. Kaledonische Wasserfälle in Fußweite
- Kakopetria — „Buchstadt" mit historischem Altortkern am Fluss Klarios, Mühlen, traditionelle Häuser; UNESCO-Kirche Agios Nikolaos tis Stegis in Laufweite
- Omodos — Wein-Dorf südlich des Troodos, sehr touristisch aber fotogen, zentrales Kopfsteinpflaster-Plätzchen mit Stavros-Kloster
- Lefkara — berühmt für Spitzenhandarbeit („Lefkaritika"-Klöppelspitze) und Silberfiligranarbeit; in traditioneller Handarbeit von UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt
- Pedoulas — Weinregion, UNESCO-Kirche, Kirschproduktion
- Kalopanagiotis — Heil-Schwefelquellen, Agios Ioannis Lampadistis-Kloster, zunehmend als Boutique-Hotel-Ziel
- Agros — Zentrum für Rosenwasser-Produktion (Rosenfeld-Besichtigung im Mai) und Süßigkeiten-Traditionsbetriebe
Wein & Kommandaria-Region
Die Südhänge des Troodos sind Zyperns wichtigste Weinregion. Besonders berühmt:
Kommandaria
Einer der ältesten noch produzierten Weine der Welt — Spuren gehen auf die Antike zurück, der Name stammt aus der Zeit der Kreuzfahrer (Knights Templar und Johanniterritter stellten ihn für ihre Kommandaturen her). Süßwein aus sonnengetrockneten Xynisteri- und Mavro-Trauben. Die 14 offiziellen Kommandaria-Dörfer liegen zwischen Limassol und dem Troodos-Südhang.
Andere Weinrouten
- Krasochoria: Der Begriff bedeutet „Weindörfer" — über 20 kleine Orte südlich des Troodos mit Weingütern, die Verkostungen anbieten
- Weingüter zum Besuchen: viele sind familiengeführt; unter den größeren: Tsiakkas (Pelendri), Vouni Panayia (Panagia), Vlassides (Koilani)
- Typisch-zyprische Rebsorten: Xynisteri (weiß), Mavro (rot), Maratheftiko (rot, edel)
Wandern, Wasserfälle & Natur
Die besten Wanderungen
- Caledonia-Wasserfälle-Wanderung — ab Psilo Dendro (Platres), ca. 3 km Rundweg, einfach, im Sommer erfrischend kühl
- Atalante Trail — 14 km rund um den Olymp-Gipfel, Gratwanderung mit Panoramablick
- Artemis Trail — 7 km Gipfelumrundung auf höchster Ebene
- Persephone Trail — 3 km, einfacher Rundweg ab dem Olymp-Skigebiet
- Madari Peak Trail — anspruchsvoller 14-km-Gratweg im östlichen Troodos
Weitere Naturziele
- Cedar Valley — eines der wenigen verbliebenen Zedernwald-Gebiete des Mittelmeerraums, Heimat des Mouflons (wildes Bergschaf, zyprisches Wappentier)
- Millomeri-Wasserfälle bei Platres — höherer und weniger besucht als Caledonia
- Handris-Wasserfälle nahe Platres
Beste Wanderzeit: März-Mai (grüne Hänge, Blumen) und September-November.
Praktisches für den Troodos-Besuch
Anreise
Nur per Auto sinnvoll erreichbar — öffentlicher Bus-Verkehr ist minimal. Von Limassol ca. 45 Min. bis Platres, von Nikosia ca. 1 h nach Kakopetria. Die Straßen sind kurvig und schmal, aber asphaltiert.
Unterkunft
- Traditionelle Steinhäuser („Agroturism") als gehobene Alternative zu Küsten-Resorts
- Platres hat mehrere historische Hotels
- Kalopanagiotis wird zunehmend als Boutique-Destination vermarktet
- In den kleineren Dörfern: oft nur 1-2 Familienpensionen
Beste Reisezeit
- April-Juni: blühende Hänge, ideale Wander-Temperaturen
- September-November: Weinlese (September-Oktober), milde Tage
- Dezember-März: Winter mit Schnee und kleiner Ski-Saison
- Juli-August: Flucht aus der Küstenhitze; 8-12 °C kühler als Limassol
Was einpacken
Auch im Sommer abends lange Hose und leichte Jacke (abends 15-18 °C in den höheren Lagen). Im Winter warme Kleidung. Gute Wanderschuhe für Trails. Kleiderordnung für Klöster (Schulter und Knie bedeckt).
Tipp
Ein Tagesausflug von Limassol oder Nikosia: früh starten, 2 UNESCO-Kirchen + ein Kloster + ein Weingut in 7-8 h schaffbar. Übernachtung in Platres ergibt eine entspanntere Route über 2-3 Tage.
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